Voneinander lernen bei aktiv gestalten

Über 60 Personen kamen zum Auftakt der diesjährigen aktiv-gestalten-Reihe der Fachgruppe UBIT ins Kavalierhaus Klessheim. „Start up your Business: Was erfahrene Unternehmer und Start-ups voneinander lernen können“ war das Motto der ersten Veranstaltung. Mag. Werner Wutscher, ehemaliger Vorstand der REWE und Gründer von New Venture...
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Ubit, Kavalierhaus Klessheim, Salzburg, WKS, 20160511, (c)wildbild
Ubit, Kavalierhaus Klessheim, Salzburg, WKS, 20160511, (c)wildbild

Über 60 Personen kamen zum Auftakt der diesjährigen aktiv-gestalten-Reihe der Fachgruppe UBIT ins Kavalierhaus Klessheim. „Start up your Business: Was erfahrene Unternehmer und Start-ups voneinander lernen können“ war das Motto der ersten Veranstaltung. Mag. Werner Wutscher, ehemaliger Vorstand der REWE und Gründer von New Venture Scouting zeigte, wie der gesellschaftliche Umbruch für beide Seiten zum Erfolg führen kann.

„Immer wenn sich die Technologie ändert mit der Menschen kommunizieren, ändert sich auch die Gesellschaft. Die Digitalisierung verändert die Welt, wie wir sie kennen“, ist Wutscher überzeugt. Laut Wutscher zerbrechen viele traditionelle Geschäftsmodelle quer durch alle Branchen, wie Beispiele von Banken, Handel, und Medien zeigen.

Fachgruppenobmann Dr. Wolfgang Reiger, CSE, Vortragender Mag. Werner Wutscher und der Berufsgruppensprecher der Unternehmensberater DI Gernot Winter, CMC, CSE. (c) wildbild
Fachgruppenobmann Dr. Wolfgang Reiger, CSE, Vortragender Mag. Werner Wutscher und der Berufsgruppensprecher der Unternehmensberater DI Gernot Winter, CMC, CSE. (c) wildbild
© wildbild

Etablierte Unternehmen können von Start-ups lernen, sich an Veränderungen schneller anzupassen – umgekehrt können junge „verrückte“ Start-ups von der Markterfahrung der etablierten Unternehmen profitieren. Im günstigen Fall öffnen sich beide Seiten, gehen Kooperation ein und erproben verschiedenste Formen der Zusammenarbeit zum beiderseitigen Nutzen. Vor allem das Ausprobieren – das „Spielerische“ – ist ein wesentlicher Vorteil der Start-ups. Dadurch sind sie in der Lage, schneller auf den Markt zu reagieren und rascher Dienstleistungen, Produkte und Prozesse optimieren. „Der größte Vorteil einer derartigen Zusammenarbeit ist, dass etablierte Unternehmen dadurch rasch Innovation generieren können. In der Kooperation mit Start-ups kann man mehr experimentieren“, berichtet Wutscher. Der erste Schritt ist eine gute Vorbereitung der Zusammenarbeit. „Auf Start-up-Seite muss man die Mindeststandards einer Kooperation kennen und das jeweilige Geschäftsmodell klar kommunizieren. Auf der anderen Seite muss das etablierte Unternehmen verstehen, das Start-ups anders agieren, wenig Ressourcen haben und unter enormem Zeitdruck stehen.“

Erfolgsbeispiele aus der Praxis

  1. Wissen ist in zunehmenden Maß dezentral und ungleich verteilt. Als Beispiel führte Wutscher ein Open-Innovation-Projekt von Lego an. Legokunden können Vorschläge für neue Spiele einreichen und erhalten bei der Umsetzung dieser Vorschläge einen Anteil am Gewinn. So wird die Entwicklungsarbeit für neue Produkte verkürzt.
  2. Der Handel definiert sich neu. Unter anderem wird künftig mittels 3-D-Druck individuell und vor Ort produziert. Jakob Schmied in Linz fertigt z.B. mittels 3-D-Druck Schienbeinschützer nach Maß.
  3. Gerade im Handwerk können durch Spezialisierung oder durch Kombination von verschiedenen Branchen neue Geschäftsmodelle entstehen. Ein Beispiel dafür ist das Start-up „Iss-mich-Catering“. „Essen statt wegwerfen!“ lautet dort die Devise. Das Unternehmen verkocht Gemüse, das nicht den Qualitätskriterien des Handels entspricht.
  4. „Gemeinsam ist besser als einsam“. Wutscher empfiehlt Partnerschaften einzugehen.
  5. Auf Stärken besinnen. „Die virtuelle Welt ist zu wenig. Zukünftig wird der Kundenkontakt und die Pflege der Kundenbeziehung wieder verstärkt eine wichtige Rolle spielen“, meint Wutscher. Als Beispiel nannte er den Handelsriese Amazon, der beabsichtigt, weltweit bis zu 400 Ladengeschäfte zu eröffnen.

„Ich glaube, wir stehen hier erst am Anfang. Wir müssen auf beiden Seiten noch sehr viel tun, um diese Offenheit und Kooperationsbereitschaft zu wecken“, meint Wutscher. Die nächste Veranstaltung von aktiv gestalten findet im September 2016 statt.

Veranstaltungsbilder ansehen

Connecting Start-ups with Service Providers: Am 31. Mai zeigt die Reihe IC Zukunft AKTIV im WIFI Salzburg wie Start-ups und etablierte Unternehmer voneinander profitieren können. Erfahrungsberichte von erfolgreichen Salzburger Start-ups und etablierten Unternehmern geben dabei Einblick, wie diese neue Form der Zusammenarbeit funktionieren kann. Eintritt ist frei. Anmeldung unter mlechner@wks.at

Beitragsbild: © wildbild[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Video: Unternehmen lernen voneinander