Mit Limits umgehen – Notwendige Veränderungen für die Wirtschaft

aktiv gestalten_19-05-2015_37
Am Podium (v.l.): Dr. Günther Morawetz, CMC, Univ.Prof. Dr. Raimund Jakesz, Univ.Prof. Dr. Reinhold Popp, Mag. Michaela Stitz, DI Gernot Winter, CMC, Michaela Hilber und Fachgruppenobmann Dr. Wolfgang Reiger.
Über 100 Besucher kamen zur zweiten Veranstaltung der aktuellen „aktiv-gestalten“-Reihe „Umgehen mit Limits“ ins Kavalierhaus Klessheim. Am Podium diskutierten Experten aus Wirtschaft, Forschung und Gesundheitswesen über ihre Erfahrungen und Lösungsansätze im Umgang mit Limits. „Wir wollen zeigen, welche Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft nötig sind,...
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Über 100 Besucher kamen zur zweiten Veranstaltung der aktuellen „aktiv-gestalten“-Reihe „Umgehen mit Limits“ ins Kavalierhaus Klessheim. Am Podium diskutierten Experten aus Wirtschaft, Forschung und Gesundheitswesen über ihre Erfahrungen und Lösungsansätze im Umgang mit Limits. „Wir wollen zeigen, welche Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft nötig sind, um nicht körperlich und psychisch auszubrennen“, sagt DI Gernot Winter, CMC, von der Fachgruppe Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie.

Für Mag. Michaela Stitz, ehemals jüngste Vice President des Sportartikelherstellers Nike sind Limits nötig um gut zu leben. Limits fordern uns dazu auf, Prioritäten zu setzen und unwichtige Dinge loszulassen. „Die Hauptaufgabe einer Führungskraft ist, dass Mitarbeiter zufrieden sind“, sagt Stitz. Sie empfiehlt, nicht das gleiche Maß bei anderen anzulegen wie bei der eigenen Person. „Manche Personen kann man mehr belasten, andere weniger.“ Die Organisation der Zukunft ist für Stitz von Ehrlichkeit und Vertrauen geprägt. „Auch im harten Profit-Business kann man Werte leben – in jeder Hierarchiestufe“, ist Stitz überzeugt.

Zukunftsforscher Univ.Prof. Dr. Reinhold Popp wünscht sich vor allem weniger Angst in Unternehmen und Institutionen. „Angst hemmt Kreativität und Innovation. Das Festhalten an Statussymbolen, das Bewahren von Positionen und die Angst vor Fehlern schränkt unsere Möglichkeiten für neue Wege ein“, so Popp.

Limits geben Halt

Für Michaela Hilber, Geschäftsführerin von Hilber-Beschläge, gibt es die klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit nicht mehr. In ihrem Unternehmen dürfen Mitarbeiter Pause machen – jederzeit und „ohne dabei von der Chefin darauf angesprochen zu werden“. Sie möchte ihren Mitarbeitern Raum geben, damit diese sich gemäß ihren individuellen Talenten entwickeln können. Sie empfiehlt, dankbar für die eigenen Leistungen zu sein und öfter im Team gemeinsame Leistungen zu feiern. Hilber plädiert für mehr Menschlichkeit in Unternehmen: „Menschen sollen sich trauen, authentisch zu leben.“

Auch Chirurg Univ.Prof. Dr. Raimund Jakesz von der UNI-Klinik Wien setzt sich für einen wertschätzenden Umgang mit Mitarbeitern ein. Emotionen sollen in Unternehmen Raum haben und im gemeinsamen Tun berücksichtigt werden. “Wir denken viel zu viel und spüren zu wenig“, betont Jakesz. „Die größten Probleme sind meistens emotionale Probleme“. Jakesz führte das Publikum beispielhaft durch eine kurze meditative Übung und machte damit für die Anwesenden anschaulich, wie wichtig es ist, den Kontakt zu sich selbst nicht zu verlieren, sich selbst mehr zu spüren und so die Basis dafür zu schaffen, in seinem Tun mehr auf sich selbst zu vertrauen.

Fazit

Einig waren sich die Experten darin, dass regelmäßige Pausen notwendig sind, um über den Umgang mit sich und seinen Mitmenschen nachzudenken. Alle gemeinsam fordern mehr Menschlichkeit und empfehlen einen authentischen und werteorientierten Führungsstil.

Video zur Veranstaltung