Innere Kraftquellen nutzen

Voll besetzt war am 30. September der Kompaktworkshop „Zugang zu inneren Kraftquellen finden“ mit Mag. Christoph Schlick im Kavalierhaus Klessheim. Die Veranstaltung war der Schlusspunkt der diesjährigen Veranstaltungsreihe aktiv gestalten der UBIT Salzburg. Die aktiv gestalten-Organisatoren Dr. Günther Morawetz, DI Gernot Winter, Referent Mag. Christoph...
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Teilnehmer am Kompaktworkshop mit Mag. Christoph Schlick
Viele Teilnehmer kamen zum Kompaktworkshop aus der Reihe aktiv gestalten.

Voll besetzt war am 30. September der Kompaktworkshop „Zugang zu inneren Kraftquellen finden“ mit Mag. Christoph Schlick im Kavalierhaus Klessheim. Die Veranstaltung war der Schlusspunkt der diesjährigen Veranstaltungsreihe aktiv gestalten der UBIT Salzburg.

Die Organisatoren der Reihe aktiv gestalten mit dem Leiter des Sinnzentrum Salzburg Mag. Christoph Schlick
Die aktiv gestalten-Organisatoren Dr. Günther Morawetz, DI Gernot Winter, Referent Mag. Christoph Schlick, Mag. Gerald Pichlmair und Franz Mangelberger (v. l.)
© Andreas Kolarik

Die drei Veranstaltungen der Reihe standen unter dem Jahresthema „Umgehen mit Limits“. „Die vielen Besucher der Veranstaltungen zeigten deutlich, dass der Umgang mit den eigenen Grenzen viele beschäftigt. Durch den wachsenden Druck im Wirtschaftsleben sind persönliche Kraftquellen wichtig, um seine Ressourcen wirksam einzusetzen und Grenzen zu überwinden“, sagt UBIT-Obmann Dr. Wolfang Reiger.

Nicht aus der Bahn werfen lassen

Beim Kompaktworkshop am Mittwochabend brachte der Leiter des Instituts für Logotherapie & Existenzanalyse und des SinnZENTRUMs Salzburg, Mag. Christoph Schlick, den Besuchern die Wirkung innerer Bilder näher. Schlick ist studierter Theologe und ehemaliger Benediktiner und widmet sich seit seiner Ausbildung in Logotherapie und Existenzanalyse der Lebens- und Unternehmensberatung. Er orientiert sich dabei am Menschenbild des Wiener Philosophen, Psychiaters und Neurologen Viktor E. Frankl. In einem Interview gibt Einblicke, wie man sinnorientiert leben und seine Werte im Alltag verwirklichen kann.

Wie kann man innere Kraftquellen für den Umgang mit den eigenen Grenzen nutzen?

Christoph Schlick: Eine wirksame Möglichkeit des Sinncoachings ist jene der Reise in das Innere. Durch die gefühlte Erkenntnis kann ein Positions- und in weiterer Folge ein Richtungswechsel erzielt werden. Das kann auch bedeuten, sich mit Gegebenheiten neu zu arrangieren, Frieden zu finden mit der Vergangenheit oder einer gegenwärtigen, beruflichen Situation. Vielmehr geht es aber um das Erkennen von Potential und Ressourcen. Hat man seine Kraftquellen erst einmal entdeckt, lassen sie sich gezielt nutzen. Bei konsequenter Zuwendung und guter, wertorientierter Entwicklungsarbeit werden die Verbesserungen im Alltag allmählich spürbar. Man wird ruhiger, egal, ob es sich um schwierige Verhandlungssituationen, private Konflikte oder große Entscheidungen handelt. Erfolg in persönlicher und beruflicher Hinsicht ergibt sich daraus. Automatisch lernen wir, mit unseren Grenzen umzugehen, alleine deshalb, weil wir gelernt haben, sie zu erkennen.

Wie erlangt man mehr Gelassenheit im Umgang mit Leistungsdruck und den beruflichen Herausforderungen?

Christoph Schlick: Gelassenheit ist heute eine sehr wichtige Qualität. Keine berufliche Herausforderung hat im Grunde die Berechtigung, uns aus der Bahn zu werfen. Es liegt an uns, das zu entscheiden. Je besser man sich selbst und seine eigenen Werte kennt, desto klarer werden unsere Reaktionen auf jegliche Lebenssituation. Hierzu ist konsequente Bewusstseinsarbeit nötig. Die effektivsten Verfahren zur Bewusstseinsarbeit und Persönlichkeitsentwicklung, jene, die mit inneren Bildern und der Kraft unserer Vorstellung arbeiten, haben jahrtausendealten Ursprung und sind heute wertvoller denn je.

Wie lässt sich ein sinn- und wertorientiertes Leben und Arbeiten umsetzen?

Christoph Schlick: Begrenzte Zeit und ein hohes Maß an Ablenkung machen es heute so schwierig, sich den wesentlichen Dingen zu widmen. Und gerade deshalb ist es wichtig, den persönlichen Werten auf der Spur zu bleiben. Gelungenes Leben nach dem Menschenbild Frankls ist ein Leben in Beziehung zu sich selbst, zum sozialen Umfeld, zu einer Aufgabe, zur Außenwelt in kultureller und umwelt/umfeldbezogener Hinsicht sowie zu Spiritualität. Sich mit seinen Aufgaben konkret auseinanderzusetzen und zu spüren, wie man sich dabei fühlt, ist bereits der Beginn der Wertearbeit und die Voraussetzung für Wandel.

Welche Vorteile bringt es?

Christoph Schlick: Mehr Lebensqualität! Jemand, der seine eigene, goldene Spur erst einmal erahnt oder sogar entdeckt hat, verliert nicht so leicht wieder das Interesse daran. Die Investition in die eigene Persönlichkeit ist dabei ein ausschlaggebender Faktor für unsere prinzipielle Fähigkeit, Geld zu verdienen.

Was versteht man unter resilienter Lebensführung?

Christoph Schlick: Resilienz ist die Fähigkeit, nach Krisen wieder die Balance zu finden und sie als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Eine resiliente Lebensführung hängt eng mit der Kenntnis über sich selbst zusammen: Mit dem Wissen um die eigenen Werte und Kraftquellen und dem Erlangen einer Grundhaltung, die eine gewisse Widerstandfähigkeit gegenüber Außeneinflüssen bietet. Resilienzfördernde Arbeit wendet sich in erster Linie an Quellen, die uns Kraft und Stärke geben und unsere „Stehaufqualität“ unterstützen.

Referent Mag. Christoph Schlick
Mag. Christoph Schlick, Leiter des Instituts für Logotherapie & Existenzanalyse und des SinnZENTRUMs Salzburg
© Andreas Kolarik

 

Weitere Bilder der Veranstaltung auf der UBIT-flickr-Galerie[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Video: Innere Kraftquellen nutzen

 

 

Beitragsbild: © Kolarik