Handlungsbedarf durch neue EU-Datenschutzbestimmungen

Vor kurzem fand im Plenarsaal der Wirtschaftskammer Salzburg eine Informationsveranstaltung rund um Neuerungen und Konsequenzen der EU-weiten Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Fachgruppe Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) und der Fachgruppe Werbung. Kürzlich wurden die neuen EU-Datenschutzbestimmungen veröffentlicht. Ziele der Datenschutz-Grundverordnung sind einerseits der Schutz personenbezogener Daten innerhalb der Europäischen Union …   Read More
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Dr. Wolfgang Reiger, Obmann der FG UBIT, Mag. Peter Harlander, Thiemo Sammern und Mag. Eva Reitsperger, Geschäftsführerin der FG Werbung
Dr. Wolfgang Reiger, Obmann der FG UBIT, Mag. Peter Harlander, Thiemo Sammern und Mag. Eva Reitsperger, Geschäftsführerin der FG Werbung

Vor kurzem fand im Plenarsaal der Wirtschaftskammer Salzburg eine Informationsveranstaltung rund um Neuerungen und Konsequenzen der EU-weiten Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Fachgruppe Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) und der Fachgruppe Werbung.

Kürzlich wurden die neuen EU-Datenschutzbestimmungen veröffentlicht. Ziele der Datenschutz-Grundverordnung sind einerseits der Schutz personenbezogener Daten innerhalb der Europäischen Union und andererseits die Gewährleistung des freien Datenverkehrs innerhalb des europäischen Binnenmarkts. Die Datenschutz-Grundverordnung bringt erhebliche Veränderungen und betrifft jedes Unternehmen, das in irgendeiner Form personenbezogene Daten erfasst oder verarbeitet. „Künftig ist eine umfangeiche Einwilligung des Betroffenen nötig, um personenbezogenen Daten zu speichern. Der Konsument muss umfassend informiert werden, in welchem Umfang, für welchen Zweck und wie lange die Daten gespeichert werden“, sagt Rechtsanwalt und IT-Sachverständige Mag. Peter Harlander. Er sieht dringenden Handlungsbedarf für Unternehmen. Wichtig ist eine Evaluierung der notwendigen Maßnahmen. Dazu gehört ein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten: Welche Daten werden wie verarbeitet und gespeichert? Unternehmen haben künftig umfassende Auskunftspflichten. So kann zum Beispiel der Kunden eine Kopie sämtlicher Daten, die das Unternehmen über ihn gespeichert hat, verlangen.

Was müssen Unternehmen jetzt tun?

Datenverarbeitungs-Experte Thiemo Sammern zeigte, was Unternehmen konkret tun müssen, um den neuen Bestimmungen gerecht zu werden, die ab dem 25.5.2018 in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt drohen bei Nichtbeachtung hohe Geldstrafen bis zu 20 Millionen Euro. Unternehmen sind daher gut beraten, die notwendigen Veränderungen am besten sofort umzusetzen – auch wenn die Vorlaufzeit dafür knapp bemessen ist. „Erforderlich sind vor allem die Anpassung von Arbeitsabläufen, IT-Systemen und Strukturen der Datenverarbeitung.“, sagt Sammern. IT-Security spielt dabei eine große Rolle: eine unbeabsichtigte oder unrechtmäßige Veränderung der Daten soll verhindert werden. Das beginnt bei dem Zutrittssystem ins Büro über gutes Passwort-Management bis hin zu einem durchdachten Berechtigungskonzept. Sammern sieht in der Datenschutz-Grundverordnung aber auch den Vorteil, dass die Datenqualität besser wird. Adress-Dubletten, falsche Anreden und falsche Schreibweisen werden weniger.

Im Bild: (v. l.) Dr. Wolfgang Reiger, Obmann der FG UBIT, Mag. Peter Harlander, Thiemo Sammern und Mag. Eva Reitsperger, Geschäftsführerin der FG Werbung

Hier können Sie die Handouts des Vortrages als PDF-Dateien downloaden:

2016-12-01_handout_datenschutz-grundverordnung_peter-harlander

2016-12-01_handout-datenschutz-grundverordnung_thiemo-sammern