Jahresabschluss jetzt vorbereiten

Gesetzliche Möglichkeiten zum Steuersparen nutzen: Machen Sie sich nicht erst kurz vor Jahresende Gedanken über den bevorstehenden Jahresabschluss: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür. Die Erstellung des Jahresabschlusses gehört zu den wichtigsten und intensivsten Zeiten eines Unternehmens. „Besonders Einnahmen-Ausgaben-Rechner können vor Jahresende noch viele gesetzliche...
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Berufsgruppensprecherin Buchhaltung Eva Tschurtschenthaler, UBIT-Obmann Dr. Wolfang Reiger
„Für KMUs gibt es in der Buchhaltung viele Einsparungsmöglichkeiten vor Jahresende“, wissen Berufsgruppensprecherin Eva Tschurtschenthaler und Obmann Dr. Wolfgang Reiger, CSE.

Gesetzliche Möglichkeiten zum Steuersparen nutzen:

Machen Sie sich nicht erst kurz vor Jahresende Gedanken über den bevorstehenden Jahresabschluss: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür.

Die Erstellung des Jahresabschlusses gehört zu den wichtigsten und intensivsten Zeiten eines Unternehmens. „Besonders Einnahmen-Ausgaben-Rechner können vor Jahresende noch viele gesetzliche Möglichkeiten nutzen, um Steuern zu sparen. Voraussetzung dafür ist aber eine aktuelle vorläufige Gewinnermittlung“, sagt Eva Tschurtschenthaler, Berufsgruppensprecherin Buchhaltung der UBIT Salzburg.

Spartipps für Einnahmen-Ausgaben-Rechner bei hohem Gewinn

  1. Zahlungseingänge verschieben: B. durch Rechnungslegung im neuen Jahr
  2. Aufwand vorziehen durch moderate Vorauszahlungen: z.B. für die Sozialversicherung und Mieten
  3. Laufende Betriebsausgaben und Eingangsrechnungen vor dem 31. Dezember bezahlen
  4. Bruttomethode mit Nettomethode vergleichen: Öfter, als man denkt, kann ein Wechsel der Umsatzsteuermethode für eine Gewinnverschiebung hilfreich sein; er ist für Profis schnell zu bewerkstelligen.
  5. Gewinnfreibetrag nutzen: Der Grundfreibetrag von 13 % kann bis zu einem Gewinn von 30.000,- jederzeit genutzt werden. Darüber hinaus sind allerdings Investitionen Voraussetzung, die noch getätigt werden müssten – diese sollten aber gut überlegt und nicht hastig geplant werden.

Ist mit einem niedrigen Gewinn oder mit einem Verlust zu rechnen, ist besonders auf eine optimale Gewinn- oder Verluststeuerung zu achten. Durch die neue Gesetzeslage kann auch ein Einnahmen-Ausgaben-Rechner zeitlich unbefristet den Verlust steuermindernd in den folgenden Jahren verwenden.

Tipps zur optimierten Gewinn- und Verlustrechnung bei niedrigem Gewinn oder Verlust:

  • Gewinne bis € 6.000,-: Sind nur hilfreich, wenn dadurch eine Negativsteuer lukriert werden kann. In den meisten Fällen sollte man sich überlegen, ob es sinnvoll wäre, in diesem Jahr mit einem Verlust abzuschließen, und durch diesen Verlust im nächsten Jahr die Einkommensteuer zu mindern. Dann wählt man die Vorgangsweise gleich wie bei höheren Gewinnen.
  • Gewinne unter € 11.000,-: Sollte der Gewinn unter € 11.000,- liegen, könnte man die oben genannten Spartipps bei hohem Gewinn in gegenteiliger Variante anwenden (Zahlungseingänge vorziehen, Aufwände ins neue Jahr verschieben etc.) und hätte wiederum für das nächste Jahr einen Spielraum, um mehr Aufwand geltend zu machen.
  • Verluste über mehrere Jahre: Oft wird eine selbständige Tätigkeit neben einem Dienstverhältnis betrieben. Die Finanzbehörde weiß es oft zu verhindern, wenn die Lohnsteuer über Verluste rückerstattet werden soll. Manchmal ist es hilfreich auf eine Pauschalierung umzusteigen.
  • Gewinn mit sonstigen Bestimmungen abgleichen: z.B. bei der Absetzung von Versicherungen und Gesundheitskosten, bei der Höchstbemessungsgrundlage in der Sozialversicherung etc.

Zusätzliche Steuerspartipps zum Jahresabschluss:

  • Absetzung einer Halbjahres-AfA für Investitionsgüter, die Sie noch vor dem Jahresende in Betrieb setzen
  • sofortige Absetzung von geringwertigen Wirtschaftsgütern
  • Ansetzen von Spenden in Höhe von bis zu 10 Prozent des laufenden Gewinns
  • Grundfreibetrag: Bei Gewinnen bis € 30.000,- können pauschal 13% steuermindernd geltend gemacht werden
  • Investitionsbedingter Gewinnfreibetrag: Kann für Gewinne, die 30.000 EUR übersteigen, aber bis maximal 100.000 EUR pro Jahr geltend gemacht werden; es muss aber eine Investition in begünstige Wirtschaftsgüter erfolgen (Investitionsfreibetrag). Dazu zählen abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren sowie bestimmte Wertpapiere. Beispiel: Wenn man einen Gewinn von € 35.000,- hat, kann man für 30.000,- den Grundfreibetrag nutzen und für 5.000,- den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag.

Für Unternehmer lohnt es sich in jedem Fall, sich bereits jetzt mit ihrem Jahresabschluss zu beschäftigen. So können Sie mitunter ordentlich Steuern sparen. Den Experten der Rechnungswesenberufe finden Sie hier.

(Im Bild: Berufsgruppensprecherin Eva Tschurtschenthaler und UBIT-Obmann Dr. Wolfgang Reiger, CSE)