Digitales Arbeiten und IT-Sicherheit in KMU

Digitalisierung bedeutet effizientere Abläufe, schnellere Kommunikationswege und eine Erhöhung der Kundenzufriedenheit. Erhöht wird dadurch aber auch die Angriffsfläche für Cyberkriminalität in Betrieben. Aufgrund eingeschränkter Ressourcen stellt das KMU vor Herausforderungen. Durch die Digitalisierung wird die IT-Infrastruktur auch in kleinen Betrieben immer komplexer. Die meisten Unternehmen...
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Hansjörg Weitgasser, Gernot Winter
Berufsgruppensprecher Mag. Hansjörg Weitgasser, CMC, CSE und Fachgruppenobmann DI Gernot Winter, CMC, CSE: „Für die erfolgreiche Umsetzung digitaler Maßnahmen ist auch in KMU ein gutes Sicherheitskonzept wichtig.“

Digitalisierung bedeutet effizientere Abläufe, schnellere Kommunikationswege und eine Erhöhung der Kundenzufriedenheit. Erhöht wird dadurch aber auch die Angriffsfläche für Cyberkriminalität in Betrieben. Aufgrund eingeschränkter Ressourcen stellt das KMU vor Herausforderungen.

Durch die Digitalisierung wird die IT-Infrastruktur auch in kleinen Betrieben immer komplexer. Die meisten Unternehmen arbeiten bereits mit Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit von Systemen, Fernzugriff auf Netzwerke, die Nutzung privater Geräte im Geschäftsalltag oder Cloud-Lösungen. Die Nutzung dieser Möglichkeiten bringt viele Vorteile, kann aber bei leichtfertigem Einsatz zu Schwachstellen wie Ausfällen oder Datenverlust führen oder Türöffner für Cyberkriminalität sein. Daher gehört die Umsetzung digitaler Maßnahmen auch in kleinen und mittleren Betrieben genau geplant. Nur dadurch können diese Risiken miniminiert werden. Die komplexen Anforderungen, die die Digitalisierung an die Unternehmens-IT stellt, ist für das betriebsinterne IT-Personal – in kleinen Betrieben handelt es sich dabei häufig um nur einen Mitarbeiter – nicht mehr bewältigbar. Um den reibungslosen Geschäftsgang zu gewährleisten, lohnt es sich, externe IT-Experten hinzuzuziehen: Sie planen die Infrastruktur, erarbeiten ein Sicherheitskonzept und sorgen für die zügige Umsetzung.

Sicherheitsbewusstsein fördern

Ein großes Sicherheitsproblem ist, dass sich KMU in Österreich mehrheitlich nicht als Angriffsziel von IT-Attacken sehen, wie eine Umfrage der Fachgruppe UBIT der Wiener Wirtschaftskammer unter 114 IT-Dienstleistern belegt. Drei von vier Unternehmen wenden sich erst nach Eintritt eines Problemfalls an professionelle IT-Experten. „Die zunehmende Digitalisierung – und damit auch die steigende Gefahr, Opfer von Cyberkriminalität zu werden – machen Sicherheitsrichtlinien auch in KMU unumgänglich. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass KMU aufgrund der geringen Größe zu unattraktiv für potenzielle Angreifer sind, denn Cyberkriminelle arbeiten oft nach dem Zufallsprinzip: Dabei suchen sie offene digitale Türen in Unternehmen. Der finanzielle Schaden oder auch der Imageschaden etwa durch Datenlecks kann enorm sein“, sagt Mag. Hansjörg Weitgasser, CMC, CSE, Berufsgruppensprecher IT der Fachgruppe Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie der Wirtschaftskammer Salzburg.

Großen Einfluss auf die IT-Sicherheit hat auch das Verhalten der Mitarbeiter. Laut der Umfrage wird menschliches Fehlverhalten als Ursache für Datenverlust oder Systemausfälle von den IT-Spezialisten mit 87,4 Prozent deutlich als einer der häufigsten Stolpersteine der IT von EPU und KMU genannt. Besseres Verständnis für IT-Prozesse und ein erhöhtes Sicherheitsbewusstsein ist für Mitarbeiter von KMU wichtig. Werden etwa unüberlegt Links unbekannter E-Mail-Absender geöffnet, kann sich dadurch Schadsoftware installieren, die das System lahmlegt. Kriminelle versuchen dann, Geldbeträge von den Betrieben zu erpressen. Um solche Risiken zu minimieren ist es wichtig, die Mitarbeiter zu schulen und das Bewusstsein zu schärfen. IT-Experten führen diese wichtigen Schulungen durch und erstellen Sicherheitsrichtlinien für Betriebe als wichtige Verhaltensanleitung, damit menschliches Fehlverhalten nicht zum Türöffner für Sicherheitslücken wird. „Die Investition in gute Sicherheitskonzepte, in die Umsetzung einer sicheren IT-Landschaft und in die Schulung der Mitarbeiter lohnt sich: Das führt nicht nur zum erfolgreichen und damit gewinnbringenden Einsatz digitaler Technologien, sondern bewahrt KMU auch vor finanziellen Schäden durch Ausfälle oder Cyberkriminalität. Stabile Sicherheitslösungen gibt es auch für kleine Budgets“, betont Weitgasser. Den IT-Experten in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Online-Sicherheits-Check für Ihren Betrieb

Der kostenlose Online-Ratgeber für KMU und Ein-Personen-Unternehmen it-safe der Wirtschaftskammer Österreich und des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft hilft, Cyberbedrohungen besser zu erkennen und zu vermeiden. Ein einfacher Sicherheits-Check für den eigenen Betrieb kann online in wenigen Schritten durchgeführt werden: www.it-safe.wkoratgeber.at