Abrechnung von Arbeitsleistung an persönlichem Feiertag

Nach dem „Karfreitags-Urteil“ des Europäischen Gerichtshofs war der österreichische Gesetzgeber gefordert, eine Neuregelung zu schaffen, die für Arbeitnehmer – egal welcher oder ohne Konfession – gleichsam Gültigkeit hat. Das Resultat ist der persönliche Feiertag, den jeder Arbeitnehmer für sich festlegen und – bei rechtzeitiger Meldung...
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UBIT-Ordner
Eine Herausforderung ist der persönliche Feiertag für die Lohnverrechnung.

Nach dem „Karfreitags-Urteil“ des Europäischen Gerichtshofs war der österreichische Gesetzgeber gefordert, eine Neuregelung zu schaffen, die für Arbeitnehmer – egal welcher oder ohne Konfession – gleichsam Gültigkeit hat. Das Resultat ist der persönliche Feiertag, den jeder Arbeitnehmer für sich festlegen und – bei rechtzeitiger Meldung – einseitig antreten kann. Einen zusätzlichen Urlaubstag gibt es dafür aber nicht. Sollte der Arbeitnehmer, auf Wunsch des Arbeitgebers, dennoch an diesem selbstgewählten „persönlichen Feiertag” freiwillig seiner Arbeit nachgehen, so erhält er für diesen Tag sämtliche Vergütungen wie an jedem anderen Feiertag.

Die Vorteile der neuen Regelung für die Betriebe sind:

  • gleiches Recht für alle Arbeitnehmer
  • kein zusätzlicher staatlicher Feiertag
  • kein zusätzlicher Urlaubstag
  • Rechtssicherheit durch einheitliche Regelung
  • Planungssicherheit durch die verpflichtende Meldung durch den Arbeitnehmer 3 Monate im Voraus

Für die Buchhaltung stellt die neue Regelung eine administrative Herausforderung dar, denn wenn an einem persönlichen Feiertag auf Ansuchen des Arbeitgebers freiwillig gearbeitet wird, ist das in der Lohnverrechnung mit den üblichen Feiertagszuschlägen zu berücksichtigen. Da jeder Arbeitnehmer seinen eigenen persönlichen Feiertag wählen kann, muss das gewählte Datum der Personalverrechnung zeitgerecht mitgeteilt werden, damit im Fall einer erbrachten Arbeitsleistung korrekt abgerechnet wird. Wie hoch der Anteil der Fälle sein wird, in denen es an einem persönlichen Feiertag tatsächlich zu einer Arbeitsleistung kommt, wird die Zukunft weisen. Um eine korrekte Abrechnung sicherzustellen, sind Betriebe jedenfalls gefordert, die nötigen Daten zeitgerecht an die Lohnverrechnung weiterzugeben. Für die ersten drei Monate nach Inkrafttreten gilt noch eine Sonderregelung: Ein persönlicher Feiertag innerhalb dieses Zeitraums muss spätestens zwei Wochen vorher gemeldet werden; das gilt auch für den Karfreitag 2019.