Entsendung ist Voraussetzung für vorübergehende Tätigkeit im Ausland

Bei Aufträgen in einem anderen EU-Land muss ein Unternehmer sich selbst oder seine Mitarbeiter „entsenden“. Auf diese Weise kann bei aufrechter Sozialversicherung im Heimatland für einen bestimmten Zeitraum im Ausland gearbeitet werden. Durch die Entsendung wird verhindert, dass während der Auslandstätigkeit entsprechend den Vorschriften des...
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Buchhaltung
Bei einer vorübergehenden "Entsendung" ins Ausland müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Bei Aufträgen in einem anderen EU-Land muss ein Unternehmer sich selbst oder seine Mitarbeiter „entsenden“. Auf diese Weise kann bei aufrechter Sozialversicherung im Heimatland für einen bestimmten Zeitraum im Ausland gearbeitet werden.

Durch die Entsendung wird verhindert, dass während der Auslandstätigkeit entsprechend den Vorschriften des anderen Landes etwaige Versicherungen entstehen. Voraussetzung für die Ausübung der selbstständigen Tätigkeit im Ausland ist die Ausstellung einer Entsendebescheinigung durch die SVA. Ein Antrag ist per Formular A1 auch digital möglich. Dieses dient der Bescheinigung, welche nationalen Rechtsvorschriften auf die jeweilige Person anzuwenden sind. Zu beachten ist, dass die Entsendeunterlagen während der Tätigkeit im Ausland zum Nachweis der Entsendung immer bereitgehalten werden müssen.

Eine „Entsendung“ ist nur dann möglich, wenn

  • die Tätigkeit im anderen Mitgliedsstaat in kausalem Zusammenhang mit der im Inland ausgeübten steht
  • die Tätigkeit bereits im Vorhinein auf maximal 24 Monate befristet wird,
  • die Tätigkeit außerhalb Österreichs nur vorübergehend ausgeübt wird,
  • es keine eigene feste Niederlassung im Ausland gibt,
  • die Tätigkeit in Österreich nach der Rückkehr sofort fortgesetzt werden kann.

Entsendet sich der Unternehmer selbst, ist zu beachten, dass die Infrastruktur für die Fortsetzung im Inland während der Auslandstätigkeit aufrechterhalten wird. Das heißt, Büro- und Gewerberäume sind weiter zu erhalten, Sozialversicherungsbeiträge und Steuern müssen bezahlt werden und die Gewerbeberechtigung muss aufrecht bleiben. Selbstständige können sich außerdem nur dann selbst entsenden, wenn sie ihre Tätigkeit im Inland seit mindestens zwei Monaten ausüben.

„Eine Verlängerung der maximalen Entsendedauer von 24 Monaten ist nur im Rahmen einer Ausnahmevereinbarung möglich. Diese muss beim Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz eingebracht werden. Außerdem darf nicht auf die notwendige Zollmeldung vergessen werden“, sagt Elke Steinbacher, Berufsgruppensprecherin Buchhaltung der UBIT Salzburg.