Unternehmen fehlen 10.000 IT-Fachkräfte

Angesichts geschätzter 10.000 alleine in Österreich nicht besetzter IT-Fachkräfte-Jobs forderten Branchenvertreter am Montag einen „Masterplan zur Digi NATION“ zur Hebung der Absolventenzahlen. Alleine an den Universitäten bräuchte es am Ende der kommenden vier Jahren eine Budget-Verdoppelung, also zusätzlich 100 bis 120 Mio. Euro pro Jahr,...
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Der Gesamtwirtschaft fehlen über 10.000 qualifizierte Fachkräfte. Die Informatikausbildung muss dringend gestärkt werden.

Angesichts geschätzter 10.000 alleine in Österreich nicht besetzter IT-Fachkräfte-Jobs forderten Branchenvertreter am Montag einen „Masterplan zur Digi NATION“ zur Hebung der Absolventenzahlen. Alleine an den Universitäten bräuchte es am Ende der kommenden vier Jahren eine Budget-Verdoppelung, also zusätzlich 100 bis 120 Mio. Euro pro Jahr, wie TU-Professor Gerald Steinhart von „Informatik Austria“ erklärte.

„Hochqualifizierte Fachkräfte im Informations- und Kommunikationstechnologiesektor (IKT) sind das Rückgrat der Digitalisierung. Allein jetzt fehlen mehr als 5.000 Fachkräfte für wichtige IT-Jobs in Österreich. Bis 2020 wird laut EU- Kommission europaweit sogar mit einer Lücke von rund einer Million IT-Arbeitskräften gerechnet“, sagt Alfred Harl, Obmann des Fachverbands für Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT). Tatsächlich weist der jährlich präsentierte IKT-Statusreport #3 wenig positive Tendenzen in der Entwicklung der Ausbildung qualifizierter IT-Fachkräfte in Österreich aus. Der Report screent die unterschiedlichen Ausbildungsstätten und gibt einen Überblick zu den Ausbildungsplätzen der Informatikstudienrichtungen an heimischen Universitäten und Fachhochschulen. Die Ergebnisse zeigen auch den Bedarf an qualifizierten IT-Fachkräften und den IT-Fachkräftemangel der österreichischen Wirtschaft auf.

Fachverband UBIT fordert IT-Offensive und Masterplan für Digi NATION

Der Fachverband UBIT will auch 2018 ein Bündel an Maßnahmen zur Stärkung der Digitalisierung in Österreich umsetzen und sich zum Sparringpartner der Digitalisierungsstrategie der Regierung entwickeln. Alfred Harl bekräftigt: „Wir wollen Österreich zur Digi NATION machen, dazu sind qualifizierte IT-Fachkräfte das Um und Auf. Der Fachverband UBIT fordert deshalb, dass Österreich einen Masterplan hierfür entwickelt, um an die Spitze der digitalen Nationen aufzusteigen und global wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Steigende Nachfrage nach InformatikerInnen und IT-Fachkräften

Der Gesamtwirtschaft fehlen über 10.000 qualifizierte IT-Fachkräfte, Tendenz steigend. „Die IT-Branche in Salzburg sucht dringend nach qualifizierten Fachkräften“, sagt Wolfgang Reiger, Obmann der Sparte Information & Consulting in der Wirtschaftskammer Salzburg. „Die im Rahmen der ‚Uni-Finanzierung neu‘ am 31.01.2018 vom Ministerrat beschlossene Erhöhung der Mindestzahl der Universitäts-Studienplätzen in Informatik um 300 auf 2.800 ist zwar positiv. Um zur Digi NATION zu werden, braucht es jedoch mehr qualitativ hochwertig fertig ausgebildete IT-Fachkräfte“, so Reiger weiter.

Stärkung der Informatikausbildung

Hansjörg Weitgasser, Wolfgang Reiger
IT-Berufsgruppensprecher Mag. Hansjörg Weitgasser, CMC, CSE und Dr. Wolfgang Reiger, CSE, Obmann der Sparte IC
Kredit Andreas Kolarik

„Der Berufsstand der IT ist heute gefragter denn je und gut ausgebildete InformatikerInnen und IT-Fachkräfte sind essentiell wichtig für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes“, erklärt IT-Berufsgruppensprecher Hansjörg Weitgasser.

Eine Stärkung der Informatikforschung und -ausbildung ist eine zentrale Voraussetzung, um Österreich zu einem Informatik-Hotspot auszubauen. „Dabei ist es wichtig, dass bereits in den Schulen mit dem Ausbau des Informatik-Unterrichts im Sinne eines verpflichtenden Schulfaches von der Volksschule bis zur Matura begonnen wird. Um Jugendliche für IT-Berufe zu interessieren, wird in Salzburg unter anderem der IT-Karrieretag für Salzburgs Schülerinnen und Schüler veranstaltet“, sagt Weitgasser.