Zusätzliche Vertretungsrechte für Unternehmensberater

Ende Juni hat der Nationalrat nach intensiven Verhandlungen die Novelle der Gewerbeordnung beschlossen: Sie bringt die dringend erforderliche Klarstellung und Erweiterung der Vertretungsbefugnisse für Unternehmensberater. In Zukunft steht Unternehmensberatern das Recht der berufsmäßigen Parteienvertretung gegenüber Dritten wie Kunden und Lieferanten sowie gegenüber Behörden und Körperschaften...

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Ende Juni hat der Nationalrat nach intensiven Verhandlungen die Novelle der Gewerbeordnung beschlossen: Sie bringt die dringend erforderliche Klarstellung und Erweiterung der Vertretungsbefugnisse für Unternehmensberater.

In Zukunft steht Unternehmensberatern das Recht der berufsmäßigen Parteienvertretung gegenüber Dritten wie Kunden und Lieferanten sowie gegenüber Behörden und Körperschaften öffentlichen Rechts zu. Ebenso dürfen die Unternehmensberatungen fortan schon bei der Unternehmensgründung, Unternehmensschließung und Betriebsübergabe beratend zur Seite stehen. Zusätzlich wird die Sanierungs- und Insolvenzberatung explizit hervorgehoben. „Das ist ein großer Erfolg für unseren Berufsstand. Unsere Branchenmitglieder können freier und dynamischer arbeiten“, freut sich Wolfgang Reiger, Obmann der Fachgruppe Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie Salzburg. „Der Interessenvertretung ist es gelungen, den Beruf der Unternehmensberatung ausschließlich in der Gewerbeordnung zu regeln und sich dem Wunsch der Aufnahme ins Wirtschaftstreuhandberufsgesetz WTBG zu widersetzen. Das ist deshalb wichtig, weil andernfalls jeder Steuerberater das Gewerbe der Unternehmensberatung vollinhaltlich hätte durchführen können“, betont Alfred Harl, Obmann des Fachverbands Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie der Wirtschaftskammer Österreich.

Gleichstellung von Bilanzbuchhaltern und Steuerberatern nach 4. Geldwäscherichtlinie

Der ursprüngliche Vorschlag zur Novelle zum WTBG und der 4. Geldwäscherichtlinie hätte große Auswirkungen auf die Verschwiegenheit von Steuerberatern und Bilanzbuchhaltern gehabt. Nun ist es aber gelungen, im Sinne der Wirtschaft und der Unternehmen die Pauschalverurteilung zu verhindern. Denn nur bei taxativ aufgezählten und schwerwiegenden Straftaten muss nach dem novellierten Gesetz nun eine Nennung erfolgen. Diese Entschärfung war wesentlich, damit die Verschwiegenheit gewahrt werden kann. Besonders erfreulich ist die Gleichstellung von Steuerberatern und Bilanzbuchhaltern in diesem Bereich.

„Die neue Regelung freut uns sehr, denn sie stärkt unsere Berufsbranche und damit die Salzburger Wirtschaft. Unsere Kunden können weiter auf die Qualität und Qualifikation unserer Dienstleister vertrauen“, sagt Reiger.